FHM Magazin Deutschland verzicht auf eigene Webseite

Das erlebt man auch nicht alle Tage, immer mehr Unternehmen streben online und nutzen dafür vor allem eine eigene Webseite, von der es dann weiter geht in Richtung einer möglichen Blog-, Twitter– oder Facebooknutzung. Nicht so bei FHM, die ihre Domain fhm-online.de scheinbar von störendem Content befreit haben und nun direkt auf ihre eigene Facebook-Fanpage umleiten.

Gut, das Zeitschriften/Magazine schon öfter Probleme hatten ihre Inhalte entsprechend zu monetarisieren und somit ihre Abhängigkeit vom Printgeschäft zu lösen, ist ja nichts ganz neues mehr. Ob dieser Schritt nun mutig oder doch ein wenig daneben war, wird die Zeit zeigen. Eins ist jedoch gewiss, sein Printmedium nicht kannibalisieren zu wollen ist sicherlich eine Sache über die man diskutieren kann, aber auf eine zentralen Kommunikationspunkt im Web zu verzichten ist aus meiner Sicht ein rückläufiger Servicegedanke am Kunden oder wo kann man z.B. sein Abo für die FHM beziehen? (Früher war das mal hier zu finden: www.fhm-online.de/abo)


Sicherlich, sieht man sich mal den Traffic der letzten Monate von fhm-online.de an, ist das alles andere als berauschend, aber ist DAS eine 100 prozentige Abhängigkeit von Facebook wert? Ob es wirklich nur eine Kostenfrage darstellt, darf spekuliert werden, aber sicherlich würden dann nicht andere Portale wie Traumfrau-des-Jahres.de weiterhin bestehen, wo sich doch eigentlich Synergien heben lassen müssten.

Auch aus SEO-Sicht sieht die Domain nach einem kurzen Check gar nicht mal so schlecht aus hinsichtlich der Positionen, die ich kurz mal beim Orange SEO Tool ermittelt habe:

Wie man sieht, durchaus einige Nummer 1 Positionen und wenn ich mir die URLs so ansehe (www.fhm-online.de/Site/Content/Article.aspx?ID=22107 ) auch noch ordentlich Platz nach oben hinsichtlich eines möglichen Optimierungspotentials. Den doppelten Content hätte man sicherlich auch in den Griff bekommen und was man mit über 4000 Links von Seiten wie Bild.de und AOL.de usw. machen kann, darf sich jeder mal selbst überlegen, der schon ein mal ein wenig Suchmaschinenoptimierung gemacht hat.

doppelter Content auf fhm-online.de

Mein Fazit: Mutiger Schritt, aber aus meiner Sicht kein optimaler. Facebook ist sicher ein großer Treffpunkt im Netz, gerade wo jetzt die 500 Millionen-User Grenzen überschritten wurde, aber dennoch sollte die eigene Webseite der geeignete Ausgangspunkt für Kommunikation und Vertrieb gegenüber seinen Kunden sein, denn Facebook kann von heut auf morgen Änderungen vornehmen, die man zähneknirschend immer befolgen müsste. Viele Verlage beklagen die Dominanz, Abhängigkeit und das Verhalten von Google, aber mit Facebook hat meine keine Probleme? Ist der Feind meines Feindes wirklich immer mein Freund? Wie weit sollte man Hypes im Netz mitgehen?

Die Kommunikation hätte man bequem über den eigenen Blog fahren können und der Feed des FHM-Blogs würde einfach bei Facebook eingespielt werden, ohne großen Aufwand und mit doppelten Nutzen: Traffic zur eigenen Webseite(ist sicherlich ein Argument für Werbekunden), aber auch Diskussionen, wo die User sich tummeln – bei Facebook.

Was meint Ihr, ein richtiger Schritt? Werden diesem Beispiel weitere Unternehmen folgen? Goodyworks fragt auch, ob mutig oder dumm, wobei auch noch zu klären wäre, ob Bikinigirls kurzlebige und inhaltsarme Inhalte darstellen würden?!?

www.fhm-online.de/Site/Content/Article.aspx?ID=22107
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7 Kommentare

  1. Jens sagt:

    Vorteil ist auf jeden Fall, dass man den Arbeitsaufwand auf eine Person reduziert. Man bekommt zwar auch keine Neukunden, kann keine weiteren Vermarktungsstrategien fahren und erreicht nur noch einen Bruchteil der Zielgruppe aber das muss man als Verlag für sich wohl selbst entscheiden. Das schöne ist, dass sich die FHM nun getrost aus der Onlineinhalte-Bezahl-Debatte raushalten kann.

  2. Max vom Alpinlager sagt:

    Meines erachtens ein total dummer Schritt. Ganz ehrlich…Facebook ist zur Zeit sicherlich ein absolutes Trend thema und das auch zu recht. Aber es gab auch schon Zeiten da war StudiVZ ein absolutes Trendthema….

    Also ich würde mich nie auf einen Dienstleister verlassen wollen..Vorallem wenn man eigentlich eine ganz gute Seite hat.

  3. […] zum Beispiel komplett in die Abhängigkeit von einem Anbieter begibt – so wie es vor kurzen FHM-Online mit der Verlagerung zu Facebook getan hat. Natürlich hat man dadurch weniger Kosten, man muss keine Server warten und diesen nicht […]

  4. Armin Gnadl sagt:

    Hallo.Könnt ihr mir weiterhelfen.Gibt es die Special Edition von FHM nicht mehr.Warte auf die FHM Special Edition Winter 2010.Wurde die Serie eingestellt die es 4 mal im Jahr in Kategorie Früling,Sommer,Herbst und Winter als Special Edition gab.MfG Armin!

  5. […] irgendwann vielleicht mal als Hauptwebseite, was wirklich nur ganz selten vernünftig ist. (Siehe FHM online) Wie groß ist meine Zielegruppe allgemein und wie viele von ihnen könnten sich bei Facebook […]

  6. […] ist diesem Falle auch im strategischen Onlinemarketing von Bedeutung. Vor nicht ganz 2 Jahren stellte FHM nämlich seine Webseite ab bzw. leitete sie lediglich auf seine Facebook Fanpage um, über die nun alles laufen sollte. […]

  7. […] Webseite einzustellen und alles auf die Facebook Fanseite umzuleiten noch für eine gute Idee, wie allblogs berichtete. Schon damals waren sich die Experten nicht sicher, ob das soviel Sinn mache oder eine […]

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