Panda meets Schumpeter

Oder auch anders gesagt VWL 2.0 bei allblogs.de. Aber alles schön der Reihe nach, um es verständlich zu machen, worauf ich in der Überschrift hinaus will. Vom „bösen“ Google Panda (-Update) haben ja die meisten meiner Leser sicherlich schon gehört, falls nicht gibt es hier dazu ein paar Thesen, Daten und Vermutungen. Um es kurz zu machen, Google legt jetzt noch mehr Wert auf bessere Webseiteninhalte und scheint dabei eventuell langsam stärker in den Bereich der Semantik vorzudringen (oder warum ist der Panda noch nicht in Deutschland?)

Auf der anderen Seite gibt es da Peter Schumpeter, den weltbekannten Ökonomen mit seiner Begrifflichkeit der Schöpferischen Zerstörung. (abstraktes Beispiel: Auto ersetzt Postkutsche)

…Durch eine Neukombination von Produktionsfaktoren, die sich erfolgreich durchsetzt, werden alte Strukturen verdrängt und schließlich zerstört…

Passend dazu habe ich aktuell folgenden Artikel gelesen: „Nach Googles Maßnahmen gegen Content-Farming: weniger Aufträge für Freiberufler“ und stelle mir die Frage, wenn man das mal weiter denkt, ob Google damit den Onlinejournalismus auf eine neue Stufe hebt und den Online-Contentmarkt stärker belebt? Google möchte mehr Qualität, mehr Inhalte von Experten etc. und überwirft sich damit vielleicht ein wenig bzgl. der Kostenloskultur im Web und stärkt den Sektor Paid Content?  Fragt sich nur, was Google damit wirklich schöpferisch zerstört, eher die Zeitungen im Offlinebereich oder langfristig die Kostenloskultur im Internet?

Aus meiner Sicht und mal eine gewagte These in den Raum gestellt, könnte Google mit dem Pandaupdate den Turnaround zu Gunsten der Verlage geschaffen haben, um so Paid-Content im Web stärker zu etablieren oder sogar salonfähig zu machen. Inhalte sollen „besser“ (professionell, umfassend etc.) und somit auch dessen Erstellung teurer werden. Gleichzeitig „darf“ die Seite jedoch nicht zu viele Werbeflächen aufweisen und ich „soll“ mir Gedanken machen, ob ich der Seite im übertragenden Sinne meine Kreditkartendaten geben würde?

Wenn Facebook das Web 3.0 ist – ist Paid Content das Web 4.0?

 

 

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5 Kommentare

  1. Also ich denke, dass „Paid Content“ und „Google“ sowieso nicht zusammen passen. Denn selbst wenn Google hinter eine Paywall sehen kann und diese kostenpflichtigen Inhalte in den Suchergebnissen anzeigen könnte, würde dies dem Suchenden keinen Mehrwert bieten.
    Stell dir vor, du müsstest erst auf die 3 Seite klicken, bis du einen kostenlosen Artikel zu einem Thema finden würdest, welches dich mal eben schnell interessiert…

  2. Erik Gaertner sagt:

    Auch ich denke, dass eine Verbindung dem Suchenden keinen Mehrwert bringt, denn schließlich will ja jeder möglichst schnell die Informationen finden, die er sucht und nicht, wie du schon sagtest über 3 Seiten kommen.

  3. […] bei Google und Co, denn vor 5 Jahren hat doch keinen so richtig Social Media, Universal Search oder Angst vor dem Google Panda […]

  4. Jan sagt:

    Panda zugunsten der Verlage und qualitativem Journalismus? Warum nicht? Professioneller werdender Inhalt hat doch auch einen Mehrwert für die Nutzer und es ist nicht immer gesagt, dass dieser dann nur als Paid Content zu finden ist. Und Verlage und Journalismus wurden durch das Web 2.0 eh stark gebeutelt, also gönne ich ihnen zusätzliche Einnahmen. Die Kostenloskultur wird das Pandaupdate nicht zerstören, ich schätze nicht, dass es so weite Kreise ziehen wird.

  5. Lukas sagt:

    Guter Inhalt muss auch gut bezahlt werden, ob das letzendlich die User ausbaden müssen, sei dahingestellt. Wer mit gutem Ranking viele User anzieht, kann auch sein Geschäft ankurbeln. Dann lohnt sich die Investition in guten Content ohne, dass die Kosten direkt an die User weitergegeben werden müssen.

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